Working Through. Friedl Dicker, Margit Téry, Mordecai Ardon – Das Kapital (Script), ca. 1933
PORT-Ausschreibung 2025
Info
- Projektteam
Stefanie Kitzberger und Jenni Tischer
- Projektdauer
März – August 2027
Working Through ist das erste Kapitel des künstlerisch-wissenschaftlichen Forschungsprojekts Relational Images in the Arts Since 1920. Es zielt darauf, Wechselbeziehungen zwischen kunsthistorischen, theoretischen und künstlerischen Erkundungen feministischer, politisch engagierter Positionen zu entwickeln.
Ausgangspunkt ist eine Serie von Fotocollagen und -montagen, die 1933 von den Künstler:innen Friedl Dicker, Margit Téry und Mordecai Ardon produziert und auf einem Diafilm dokumentiert wurde. Verbunden über ihr Studium am Weimarer Bauhaus in den 1920er-Jahren, begann diese Gruppe in den 1930ern, ihre künstlerischen Strategien gegen den Nationalsozialismus zu mobilisieren. In ihrem Diafilm visualisiert die Gruppe Begriffe aus Karl Marx’ Das Kapital sowie die Verflechtungen von Wirtschaftskrise und Faschismus.
In Working Through realisieren wir eine performative Lecture und eine Installation, in der räumliche und verkörperte künstlerische Verfahren mit formalen Analysen und historischer Kontextualisierung zusammengeführt werden. Der Diafilm wird mit dem Netzwerk Dickers in Berlin um 1930 in Beziehung gesetzt, als sie an der Gestaltung einer Wohnung für Téry in der Künstlerkolonie Berlin-Wilmersdorf beteiligt war, in der zahlreiche engagierte linke Intellektuelle und Künstler*innen lebten.
Working Through basiert auf Ko-Autor:innenschaft in Form gemeinsamer Forschung, Schreiben und künstlerischer Praxis mit einem Fokus auf feministisch-materialistische Historiografie und spekulative Rekonstruktion. Über die Verflechtung skulpturaler Elemente, Zeichnungen und Archivmaterial mit gesprochenen sowie schriftlichen Reflexionen und objektbasierten Interaktionen zeichnen wir die narrative, mediale und materielle Struktur des Diafilms ebenso wie dessen Produktionsbedingungen nach. Zugleich prüfen wir, wie sich die kritischen Gesten der historischen künstlerischen Arbeit im Verhältnis zu gegenwärtigen Krisen reaktivieren lassen.
