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Mit den Beständen der Sammlungen verbinden sich Fragestellungen zum Diskurs über angewandte und bildende Kunst – im Kontext der Angewandten als künstlerisch-akademischer Bildungsstätte und jenseits einer konventionellen Unterscheidung beider Felder.
Josef Hoffmann bis Maria Lassnig. Margarete Schütte-Lihotzky bis Peter Weibel. Friedrich Berzeviczy-Pallavicini bis Kamilla Bischof. Friedl Dicker-Brandeis bis Oswald Oberhuber. Künstlerinnen der Wiener Werkstätte bis Bar du Bois.
Sammlung Kunst, Architektur und Design
Gemeinsam mit dem Universitätsarchiv bildet die Sammlung Kunst, Architektur und Design den Kern des heutigen Instituts Kunstsammlung und Archiv. Ab 1979 wurden zahlreiche künstlerische Arbeiten und Dokumente aus dem Bibliotheksbestand der damaligen Hochschule für angewandte Kunst in Wien ausgegliedert und in ein neu geschaffenes Hochschularchiv überführt. Mit der Ernennung Oswald Oberhubers zum Rektor begann der Aufbau einer eigenständigen Abteilung, die museologische Erschließung der Bestände sowie ihre systematische Erweiterung um wichtige Werke, Vor- und Nachlässe von Künstler*innen, bis 2004 unter der Leitung von Erika Patka, fortgesetzt zwischen 2004 und 2018 von Patrick Werkner.
Das Hochschularchiv war eine wichtige Grundlage für Oberhubers programmatische Haltung, eine alternative Historiografie der „österreichischen Kunst“ – insbesondere im Hinblick auf die Geschichte der zentraleuropäischen Avantgarden des 20. Jahrhunderts, der Abstraktion sowie der ideologischen Voraussetzungen und Nachwirkungen des Nationalsozialismus – zu entwickeln und auch materiell zu bewahren.
Diese kulturpolitische Agenda und die spezifische, historisch angelegte Verschränkung einer Sammlung künstlerischer Originale mit Quellen, die deren Produktionsbedingungen, diskursive und institutionelle Rahmen in Form von Originalakten, Literatur, Autografen und Fotografien sichtbar machen, ermöglichen auf besondere Weise sowohl die Erforschung der eigenen Hochschulgeschichte als auch der Werke und Biografien von mit der Universität verbundenen Akteur*innen. Dies ist bis heute der Ausgangspunkt für die kritische Weiterentwicklung und Aktualisierung des Sammlungsprogramms.
Sammlung Mode und Textil
Zu den Sammlungen des Instituts gehört auch die im Jahr 2004 in das Institut eingegliederte Sammlung Mode und Textil (ehemals Kostüm- und Modesammlung), die eine spezifische Funktionsgeschichte aufweist. Sie basiert auf einer Sammlung von Kostümen, die im 19. Jahrhundert in der historistischen Malereiausbildung an der Kunstgewerbeschule des k. k. Österreichischen Museums für Kunst und Industrie als Vorbilder in Verwendung waren. Ab den 1910er Jahren wurde diese Lehrmittelsammlung von der Textilkünstlerin Rosalia Rothansl katalogisiert, mit Arbeiten ihrer Schüler*innen und hausindustriellen Textilien aus Zentraleuropa und Asien ergänzt und in der künstlerischen Lehre eingesetzt. Ab den 1950er Jahren erweiterten die Bühnenbildnerin Elli Rolf und die Kostümhistorikerin Annemarie Bönsch die Bestände um zahlreiche Objekte aus unterschiedlichen geografischen Regionen, mit dem Ziel, eine ethnografisch und entwicklungsgeschichtlich ausgerichtete Universalgeschichte der Kleidung zu dokumentieren. Ein großer Teil der ab den 2000ern gesammelten Bestände sind Arbeiten von Lehrenden, (ehemaligen) Studierenden sowie deren Labels. Ein neuer Schwerpunkt liegt auf Positionen, die an den Schnittstellen von Textil, Mode und Kunst situiert sind.
Die Sammlungsbestände können nach schriftlicher Voranmeldung und unter Berücksichtigung der Nutzungssordnung von Kunstsammlung und Archiv gesichtet werden. Leihanfragen sind per E-Mail an uns zu richten. Bei Anfragen zu Führungen, etwa im Rahmen von Lehrveranstaltungen, ist mit einem längeren Bearbeitungszeitraum zu rechnen.
Schwerpunkte
- Friedl Dicker-Brandeis
- Margarete Schütte-Lihotzky Netzwerk
- Peter Weibel Archiv
- Fred Adlmüller
- Ilse Bernheimer
- Friedrich Berzeviczy-Pallavicini
- Carl Otto Czeschka
- Josef Frank
- Wenzel Hablik
- Margarete Hamerschlag
- Carry Hauser
- Franz Herberth
- Josef Hoffmann
- Gertud Höchsmann
- Wolfgang Hutter
- Hilda Jesser
- Jugendkunstklasse Franz Čižek
- Erika Giovanna Klien
- Anton Kolig
- Rudolf von Larisch
- Maria Likarz-Strauss
- Adele List
- Bertold Löffler
- Erich Mallina
- Koloman Moser
- Elly Niebuhr
- Otto Niedermoser
- Oswald Oberhuber
- Objekte aus der Sammlung der Künstlerin Mileva Stojsavljevic-Roller
- Objekte aus der Sammlung von Rosalia Rothansl
- Dagobert Peche
- Leopold Wolfgang Rochowanski
- Mileva Roller
- Franz Schuster
- Adele Stark
- Richard Teschner
- Eduard Wimmer-Wisgrill
- Vally Wieselthier
- Otto Zitko
- Kunst der Wiener Moderne und der Wiener Werkstätte
- Werke der Kinetimusgruppe um Franz Čižek
- Werkstätte Emmy Zweybrück-Prochaska
- Arbeiten aus unterschiedlichen Bereichen der angewandten und bildenden Kunst vom 20. Jahrhundert bis in die Gegenwart wie Fotografie, Grafik, Möbel, Keramik, Malerei, Skulptur und Textilien, darunter eine Sammlung polnischer Plakatkunst
- Architekturmodelle der österreichischen Moderne
Standorte
Postgasse 6 (Mezzanin, 1. Stock)
1010 Wien
Eyzinggasse 23 (1. Stock, 3. Stock)
1110 Wien
Kontakt
judith.burger@uni-ak.ac.at
Die Sammlungsbestände können nach schriftlicher Voranmeldung und unter Berücksichtigung der Benützungsordnung von Kunstsammlung und Archiv gesichtet werden. Für Leihanfragen sind per E-Mail an uns zu richten. Bei Anfragen für Führungen, etwa im Rahmen von Lehrveranstaltungen, ist mit einem längeren Bearbeitungszeitraum zu rechnen.


