PALIMPSEST AWARD
Angewandte Kunstsammlung und Archiv x Modeklasse
Der Palimpsest Award – Angewandte Kunstsammlung und Archiv x Modeklasse wird 2026 erstmals im Rahmen der Show der Modeklasse der Universität für angewandte Kunst Wien vergeben. Die Auszeichnung würdigt eine herausragende Diplomkollektion der Modeklasse und verbindet künstlerische Anerkennung mit institutioneller Sichtbarkeit und sammlungsbezogener Nachhaltigkeit.
Der Palimpsest Award 2026 umfasst ein Preisgeld von €3.000 sowie eine Ankaufsumme von €2.000. Der Gesamtwert des Preises beträgt somit €5.000.
Die erste ausgezeichnete Position wurde von einer gemeinsamen Jury von Kunstsammlung und Archiv sowie der Modeklasse ausgewählt. Der Jury gehörten an: Cosima Rainer, Leitung Kunstsammlung und Archiv, Stefanie Kitzberger, stellvertretende Leitung Kunstsammlung und Archiv, Robert Müller, Kurator, Kunstsammlung und Archiv, Craig Green, Professor für Modedesign, Modeklasse und Monica Titton, Senior Scientist, Modeklasse.
Erster Preisträger
Der erste Preisträger des Palimpsest Awards 2026 ist Felix Schmidt.
Die Jury würdigt Felix Schmidts Diplomkollektion als eine Arbeit, die in besonderer Weise für jene Qualitäten steht, die die Modeklasse und Kunstsammlung und Archiv für zukünftige Generationen sichtbar machen und bewahren möchten: eine gleichermaßen spielerische wie anspruchsvolle Vision von Mode, die handwerkliche Präzision, gestalterische Eigenständigkeit und konzeptuelle Tiefe miteinander verbindet.
Seine Kollektion befragt die Fantasie der Mode selbst: ihre Versprechen von Glamour, Verwandlung, Theatralität und Camp, aber auch die Fragilität und Ambivalenz dieser Bilder. In der Verbindung von Leichtigkeit und Ernsthaftigkeit, Opulenz und Reflexion, Humor und technischer Raffinesse entfaltet die Arbeit eine eigenständige gestalterische Haltung.
Die Jury versteht Felix Schmidts Kollektion nicht nur als herausragende Diplomarbeit, sondern als künstlerische Position, die beispielhaft zeigt, wie Mode heute zwischen Materialität, Körperlichkeit, Inszenierung und kultureller Imagination gedacht werden kann.
Die Modeklasse der Universität für angewandte Kunst Wien ist ein international herausragender Modestudiengang. Sie versteht Mode als eigenständige gestalterische und künstlerische Praxis: als Auseinandersetzung mit Silhouette, Material, Konstruktion und Form, in der technisches Wissen, experimentelle Prozesse, konzeptuelle Präzision und gesellschaftliche Fragestellungen miteinander verschränkt sind. Unter der künstlerischen Leitung von Craig Green loten die Studierenden das gestalterisch-kritische Potenzial von Mode zwischen Materialität, Körperlichkeit und Konzept aus.
Diplomkollektionen entstehen aus theoretischer Auseinandersetzung, Materialrecherche, handwerklicher Expertise und einer offenen, experimentellen Gestaltungspraxis. Sie markieren nicht nur den Abschluss eines Studiums, sondern oft den ersten klar artikulierten Auftritt einer eigenständigen gestalterischen Haltung.
Kunstsammlung und Archiv versteht sich als aktiver Wissensspeicher. Die Einrichtung an der Universität für angewandte Kunst Wien betreut Studierende, Lehrende und Forschende, entwickelt internationale Kooperationen und verbindet die kontinuierliche Erschließung ihrer Bestände mit deren kritischer Befragung.
1980 als Schulsammlung gegründet, bildet das Institut mit seinen vielfältigen Ausstellungs-, Lehr- und Forschungsaktivitäten eine wichtige Schnittstelle zwischen Universität und Öffentlichkeit.
Die Bestände von Kunstsammlung und Archiv dokumentieren die Geschichte der Angewandten seit 1867 bis in die Gegenwart sowie die vielfältigen Netzwerke ihrer Protagonist*innen.
Die Sammlung Mode und Textil beinhaltet zahlreiche Arbeiten von Lehrenden, Studierenden und deren Labels. Ein Schwerpunkt liegt auf Positionen an den Schnittstellen zwischen Mode und Kunst.
Vor diesem Hintergrund eröffnet sich mit dem Palimpsest Award – Angewandte Kunstsammlung und Archiv x Modeklasse die Möglichkeit, herausragende Diplomarbeiten nicht nur temporär sichtbar zu machen, sondern sie in einen langfristigen institutionellen, sammlungsbezogenen und einen erweiterten kulturhistorischen Zusammenhang einzuschreiben.Der Begriff Palimpsest bezeichnet eine Oberfläche, auf der Spuren früherer Einschreibungen erhalten bleiben, überschrieben, überlagert und neu lesbar werden.
Für die Modeklasse ist diese Vorstellung besonders treffend: Jede Kollektion trägt Spuren von Recherche, Materialgeschichte, Körperwissen, handwerklichen Entscheidungen, biografischen Bezügen und gesellschaftlichen Fragen in sich. Sie ist nicht nur Resultat, sondern Verdichtung eines komplexen Denk- und Arbeitsprozesses.
Der Palimpsest Award würdigt diese Vielschichtigkeit. Er unterstützt Studierende an einem entscheidenden Übergangspunkt ihrer Laufbahn und macht zugleich sichtbar, dass experimentelle Modepraxis ein wesentlicher Teil künstlerischer und kultureller Produktion ist — eine Praxis, die gesammelt, bewahrt, diskutiert und in die Geschichte der Angewandten eingeschrieben werden sollte.
Der Preis fördert herausragende Leistungen an der Schnittstelle von Kunst und Mode, stärkt die internationale Sichtbarkeit von Absolvent*innen der Universität für angewandte Kunst Wien und trägt dazu bei, ihre Arbeiten einer breiteren Öffentlichkeit zugänglich zu machen. In diesem Sinne würdigt der Preis Diplomkollektionen nicht nur als gestalterische Leistungen, sondern als eigenständige künstlerische Positionen.
Im Zentrum steht die Überzeugung, dass Mode in ihrer avanciertesten Form eine künstlerische, kulturelle und experimentelle Praxis ist — und dass diese Praxis Förderung, Aufmerksamkeit und institutionelle Unterstützung verdient.








