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Kunst, Architektur und Design Ausstellung

Lill Tschudi
Im Kontext der Reformpädagogik von Franz Čižek (Arbeitstitel)

Eine Ausstellung in Kooperation mit Graphische Sammlung ETH Zürich

Eröffnung:

Lill Tschudi - Telephonmonteure / Fixing the Wires, 1932

Graphische Sammlung ETH Zürich, Inv.-Nr. 1933.87

Info

Ort

Universitätsgalerie der Angewandten im Heiligenkreuzer Hof, 1010 Wien

Kurator:innen

Cosima Rainer, Stefanie Kitzberger und Robert Müller (Wien) sowie Alexandra Barcal (Graphische Sammlung ETH Zürich)

Mit Lill Tschudi. Im Kontext der Reformpädagogik von Franz Čižek (Arbeitstitel) werden Aspekte der Ausstellung Lill Tschudi. Die Faszination des modernen Linolschnitts, die im Winter 2021/22 in der Graphischen Sammlung ETH Zürich zu sehen war, im Herbst 2023 in einer überarbeiteten Form in Wien in der Universitätsgalerie im Heiligenkreuzerhof gezeigt.


Die aus dem Schweizer Ort Glarus stammende Künstlerin Lill Tschudi (1911–2004) ging 1929 nach London, um sich an der dortigen Grosvenor School of Art für Linolschnittkurse einzuschreiben. An der Pariser Académie Moderne studierte sie später, zwischen 1931 und 1933, unter anderem bei Fernand Léger. Ihr Werk umfasst neben Aquarellen und Gemälden mehr als 450 Linolschnitte, in denen sie unterschiedliche Alltagsszenen zur Darstellung bringt.


Die Kooperationsausstellung von Kunstsammlung und Archiv der Universität für angewandte Kunst Wien mit der Graphischen Sammlung ETH Zürich zu Lill Tschudi bietet sich aus mehreren Gründen an. Nicht nur ist Tschudis lebenslange Faszination für die Technik des Linolschnitts auf ihr großes Vorbild, die österreichische Tiermalerin Norbertine Bresslern-Roth (1891–1978) zurückzuführen. Ihre Praxis steht darüber hinaus im Zusammenhang mit der Entwicklung des modernen Farbdrucks, welcher nicht zuletzt mit Wien um 1900 im Umfeld der Kunstgewerbeschule assoziiert ist. Tschudi setzte sich in London im Rahmen ihrer Ausbildung bei Claude Flight (1881–1955) intensiv mit dem Werkstoff Linoleum auseinander. Flight hatte nach einer persönlichen Begegnung mit Franz Čižek (1865–1946), der als Maler und Kunstpädagoge an der Wiener Kunstgewerbeschule den Linolschnitt als innovatives und gestalterisches Ausdrucksmittel verwendete, damit begonnen, dessen Methoden in seinen eigenen Unterricht zu integrieren. In seinem Kurs für Ornamentale Formenlehre ließ Čižek seine Schüler:innen mit einfach geschnitzten Formen experimentieren, etwa um ihren Sinn für unterschiedliche Formen der Darstellung von Bewegung zu schärfen.

Um diese und weitere Aspekte herauszuarbeiten, wird in der Ausstellung der Bestand an ikonischen Werken Tschudis mit aufschlussreichen Originalen aus dem Bestand von Kunstsammlung und Archiv der Universität für angewandte Kunst Wien ergänzt.

Eine Kooperation von Kunstsammlung und Archiv der Universität für Angewandte Kunst Wien mit Graphische Sammlung ETH Zürich.

Programm Graphische Sammlung ETH Zürich